| Im Herbst 2004 fanden wir beim Aufräumen im Keller einige Säcke und Taschen voll mit unseren aussortierten Altkleidern wieder. Beim Durchstöbern der alten Klamotten stellten wir fest, dass da doch noch viel Brauchbares dabei ist und die Teile sowieso viel zu schade zum Hergeben sind. Eine vage Idee keimte in uns auf, da ist doch noch was daraus zu machen. |  | | Die Sachen wanderten in unser Atelier, das bis dahin noch keinen rechten Verwendungszweck gefunden hatte. Als da alles so schön ausgebreitet vor uns auf dem Boden lag, ergriffen wir die Scheren und legten uns ins (aufs) Zeug... |  | Für eine anstehende Vernissage machten wir unsere ersten Stulpen aus den eigenen Altkleidern und Stoffresten. Die Ausstellung war ein voller Erfolg und wir wurden von den Besuchern ermutigt, weiter zu machen... das führte dazu, dass wir uns ein halbes Jahr darauf - völlig überrascht - als Teilnehmer des Modepalast (im Museumsquartier in Wien) wiederfanden. | | | 4 aufregende Tage, in denen sich zeigte, dass andere auch so viel Spaß an modifizierten Altenkleidern haben wie wir. | Unsere Freunde und Bekannten fanden unsere Arbeit auch deshalb gut, weil sie endlich einen Grund hatten, ihre Kleiderschränke von all den Altlasten zu befreien, von denen man sich sonst so schwer trennen kann – da an diesem und jenem Guten Stück noch ein Stück vom eigenen Herz dranhängt - aber wenn man weiß, dass da wieder wer was Schönes daraus macht, ist das ganz was anderes, da kann man schon mal großzügig ein geliebtes Teil hergeben. Und so wuchs und wächst unsere Sammlung, die gleichzeitig unser Rohstoffvorrat ist, immer weiter. Zu vielen schönen Resten gesellen sich die vielen alten Kleider, die keiner mehr haben will und denen man ihre Schönheit nicht immer auf den ersten Blick ansieht. Aber mit der Zeit bekommt man den Blick für die kleinen Besonderheiten, die so ein Stück beachtenswert machen. Und wir wundern uns selber immer wieder wie aus den scheußlichsten Mustern die besten neuen Kombinationen entstehen, wer hätte das gedacht? So fügen sich alte Sachen mit übriggebliebenen Resten zu neuen Dingen zusammen und das macht schon einen Teil der Freude aus, die wir an diesem Projekt haben. Nicht nur das Gestalten, sondern auch die Tatsache, dass jeder noch so schmale Streifen Stoff seinen Platz findet kann und einen dabei mit „innerlichen Luftsprüngen“ erfüllt. Wer Freude hat an liebevollen Details, an ausgefallen Farb- und Musterkombinationen, der könnte an unseren Stücken durchaus Gefallen finden. Natürlich gehört auch Mut zur Individualität dazu, denn alle Teile sind einzigartig und unterscheiden den/die Trägerin von der Masse. |
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